Bejagungsarten
Der Luderplatz Die Jungfuchsfalle
Die
Jagd am Luderplatz ist für viele Fuchsjäger die reizvollsten Jagdarten überhaupt.
Wenn Luderplätze fachmännisch angelegt und unterhalten werden, kann jeder Jäger
einen großen Teil seiner Fuchsstrecke dort erzielen.
Unter Jägern existieren
viele Ansichten und Geheimrezepte, wie, wann und wo und mit welchen Ködern
man einen Luderplatz am besten anlegt. Häufig werden die gesetzlichen
Einschränkungen dabei nicht beachtet, was für den Jäger der einen Luderplatz
anlegt weitreichende Folgen haben kann. Als Luder dürfen nach dem Tierkörperbeseitigungsgesetz
nur Wild bzw. Wildteile genommen werden. Fisch- und Schlachtabfälle sind am
Luderplatz grundsätzlich verboten. Teile vom Wild oder ganze Wildkörper dürfen
dann nicht verwendet werden, wenn diese Tiere seuchenverdächtig sind (Tollwut,Schweinepest
usw.)
Weiter ist darauf zu
achten, dass Spaziergänger oder nicht am ausgelegten Luder Anstoß nehmen können.
Luderplätze sollten also weitweg von Wanderwegen und öffentlichen
Einrichtungen liegen. Aus Gründen des Trinkwasserschutzes scheiden
Wasserschutzgebiete grundsätzlich aus. Werden diese Regelungen beachtet, steht
einem Luderplatz nichts mehr im Wege.
Doch stellt sich nun die
Frage, an welchem Ort eine solche Einrichtung tatsächlich sinnvoll und effektiv
ist. Die Ortswahl erfordert Kenntniss über die Gewohnheiten des Raubwildes, vor
allem der Füchse im Revier. Daher sollten Luderplätze nicht unbedingt
unmittelbar nach der Neupacht eines Revieres angelegt werden, sondern erst dann,
wenn man durch hinreichende Beobachtungen die Fuchspässe ausgemacht hat. Ein
Winter mit Schnee kann dabei sehr helfen.
In Revieren mit
Feldanteil verlaufen Fuchspässe häufig entlang von Feldrainen, Gräben oder
Hecken, in deren Nähe ist ein Luderpiatz in der Regel sinnvoll. Wichtig ist,
dass man den heranschnürenden Fuchs sehen kann hat, um rechtzeitig reagieren zu
können. Dies gilt in besonderem Maße in Waldrevieren, wo sich Lichtungen,
Schneisen und ähnliche Freiflächen anbieten. Bei der Anlage im Wald ist zudem
der Schatten des Mondes zu beachten. Der ausgewählte Platz darf nicht im
Schatten liegen. Es sollten im näheren Umkreis um den Luderplatz keine Sträucher,
Bäume oder ähnliches stehen. Auch Stucken, Äste und Pflanzenbüschel sollten
beseitigt werden, da sie bei Dunkelheit und längerem beobachten ständig für
Verwirrung sorgen. Nach zwei Stunden vergeblichen Wartens fängt bekanntlich
selbst ein Maulwurfhaufen plötzlich an zu wandern.
Eigentlich müssten in
fast jedem Revier geeignete Plätze zu finden sein oder entsprechend
hergerichtet werden können.Es wir empfohlen,
sich auf wenige Luderplätze zu beschränken, die dann allerdings regelmäßig
beschickt werden müssen. Hat man sich für einen Standort entschieden, ist die
Frage zu klären, wie der Luderplatz aussehen soll, da es auch hier viele
Meinungen und Erfahrungen gibt.Die beste Lösung ist aber immer noch der
Misthaufen. Die Wahl des Misthaufens hat mehrere Gründe:
·Das Luder kann unsichtbar
vergraben werden.
·Das Luder ist bei Kälte
durch die Wärmeentwicklung des Mistes immer noch vom Fuchs zu erreichen
(besonders bei Pferdemist).
·Füchse kennen Misthaufen oft
von Bauernhöfen wo immer etwas zu finden ist .
·Man kann durch Grabspuren
erkennen, ob der Fuchs am Luder war.
·Durch das helle Stroh ist der
Kontrast zum Fuchs auch bei schlechterem Licht oft noch ausreichend.
Ein Misthaufenluderplatz wird
wegen oben genannter Vorteile am besten aus Pferdemist hergestellt. Die Wärmeentwicklung
in Pferdedung ist sehr hoch, und das Luder friert selbst bei tiefen Minusgraden
nicht ein.
Der
Mist wird zur Kontrolle zu einem geordneten Haufen aufgeschichtet, so kann man
schnell erkennen ob der Fuchs gegraben hat.Bei der Aufschichtung können bereits
kleine Mengen Luder mit eingegraben werden.Aber immer nur kleine Mengen , da
auch der Fuchs lieber frischen Fraß hat. Wichtiger als die
Menge ist jedoch die Regelmäßigkeit
der Beschickung.Luderplätze sollten rund ums Jahr mit geringen Mengen Luder
beschickt werden. Im Revier fällt eigentlich das ganze Jahr Luder an, denn der
Straßenverkehr kennt keine Schonzeiten. Es lohnt daher, Straßengräben usw.
regelmäßig zu kontrollieren. Bei extremen Engpässen in der Luderbeschaffung
hat sich auch Hundetrockenfutter bewährt. Es wird in der Regel sehr gut
angenommen, verdirbt im Sommer nicht so schnell und lockt auch Mäuse an.Die
Attraktivität eines Luderplatzes kann durch die zusätzliche Errichtung einer Mäuseburg
noch gesteigert werden.
Berücksichtigt
man alle Aspekte, wird der Erfolg nicht ausbleiben.
Zu einem Luderplatz gehört
selbstverständlich eine entsprechende Ansitzeinrichtung.Egal für welche
Einrichtung man sich entscheidet,oberstes Gebot
ist Geräuscharmut bei Bewegungen .Gerade der Fuchs vernimmt sehr gut und
quittiert unbekannte bzw.
ungewohnte Laute regelmäßig mit sofortiger Flucht. Die Ansitzeinrichtungen müssen
außerdem gewährleisten, dass der
Jäger keinen Schatten wirft und sich nicht gegen den hellen Mondhimmel abhebt.
Denn auch auf Bewegungen reagiert Reineke äußerst mißtrauisch.
Ferner ist zunächst unbedingt
auf die Hauptwindrichtung zum Luderplatz zu achten.Wenn Revier und Gelände es
zulassen, empfiehlt es sich, an verschiedenen Luderplätzen die jeweilige
Ansitzeinrichtung in unterschiedlichen Himmelsrichtungen aufzustellen. So hat
man unabhängig vom Wind immer einen passenden Sitz.
Die Entfernung der
Ansitzeinrichtung zum Luderplatz darf nicht mehr als 30 Meter betragen. Bei
dieser Entfernung läßt sich der breit stehende Fuchs mit Schroten von 3,5 bis
4 Millimeter noch sicher zur Strecke bringen. Keinesfalls sollte der Fuchs von
vorne oder hinten beschossen werden. Erfahrungsgemäß führen solche Schüsse häufig
zu erfolglosen Nachsuchen. Beim breit stehenden Fuchs ist die Schockwirkung der
Schrote bekanntlich am größten.
Sehr zu empfehlen ist das Führen
einer kombinierten Waffe mit kleiner Kugel (ab .22 Hornet), so kann der Fuchs häufig
schon beim Anwechseln mit der Kugel erlegt werden. Erlegte Füchse bleiben nach
dem Schuß grundsätzlich erst einmal liegen. Insbesondere in der Ranzzeit kommt
es häufig vor, daß weitere Füchse folgen. Die beste Jagdzeit für den Fuchs
am Luder liegt jedoch vor und nach der Ranz. In der Ranz
nehmen Füchse wenig Nahrung auf, und es kommt durchaus vor, daß die Plätze
geraume Zeit nicht angenommen werden.
Die günstigste Uhrzeit zum Ansitz am Luder ist von Revier zu Revier sehr unterschiedlich. Im Wald werden die Füchse oft schon nach Dämmerungsbeginn aktiv, im Feld erscheinen sie oft erst nach Mitternacht.
zur Startseite