Die Krankheiten des Rotfuchses

Tollwut         Räude

Tollwutverordnung


Fuchsbandwurm :

 

Die Echinokokkose der Leber ist seit 1856 als eigene Erkrankung des Menschen bekannt. Der Mensch infiziert sich durch die orale Aufnahme der Eier des Parasiten, die vom Endwirt mit dem Kot ausgeschieden werden. Der genaue Infektionsweg beim Menschen ist jedoch noch unklar. Als Infektionsquellen werden im vorwiegend silvatischen Zyklus mit Fuchskot kontaminierte Waldfrüchte (Beeren, Pilze) diskutiert. Desweiteren besteht für Jäger und Tierärzte die Gefahr der Ansteckung durch den Kontakt mit toten Füchsen (Abbalgen von Füchsen, Sektion), da vermutet wird, daß die  Eier von E. multilocularis auch im Fell infizierter Füchse haften. Erörtert wird in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Infektion per inhalationem durch kontaminierten Staub sowie durch den Umgang mit infizierten Haustieren . Die im Anschluß an die orale Aufnahme im Verdauungstrakt freigesetzten Larven durchbohren die Darmwand und besiedeln über den Blutkreislauf andere Organe. Beim Menschen wird zu 98% der Infektionen die Leber befallen, wo der Parasit,wie ein Tumor wächst.


Im Gegensatz zu den bekannteren Bandwürmern hat das Vorkommen des Fuchsbandwurmes in den letzten 10 Jahren drastisch zugenommen.Der Fuchs ist Wirt für zahlreiche Innenparasiten, wie Band-, Spul-, Haken- und Lungenwürmer sowie Trichinen. Sie beeinträchtigen zwar seinen Gesundheitszustand, töten ihn aber nur selten.Die geschlechtsreifen Fuchsbandwürmer erreichen im Dünndarm des Hauptwirts (Fuchs, Hund, Katze) eine Länge von ca. 2 mm und bestehen aus 3-5 Gliedern. Mehr als 100 000 Exemplare können in einem Fuchs, ohne ihn sichtbar zu schädigen, leben. Jeder Bandwurm schnürt alle 14 Tage das letzte Glied mit etwa 200 Eiern ab; diese gelangen mit dem Kot nach außen. Die Eier sind sehr leicht und können deshalb auch mit dem Wind verweht werden. Sie bleiben in feuchter Umgebung bis zu 2 Jahren entwicklungsfähig und sind auch kältresistent. Als Zwischenwirte kommen normalerweise Feld-, Scher-, Erd- und Rötelmaus sowie der Bisam in Frage, aber auch die Hausmaus kann zufällig mit der Nahrung die Eier aufnehmen. Im Darm wird die sog. Hakenlarve aus der Eihülle frei und wandelt sich vorwiegend in der Leber (Gehirn, Lunge) zur Bandwurmfinne um. Diese bildet in einer schwammartigen Kapsel aus Bindegewebe zahlreiche Kopfanlagen aus, wobei das betreffende Organ, Leber, Gehirn oder Lunge zerstört werden. Wird vom Fuchs, Hund oder Katze eine so infizierte Maus gefressen, ist der Kreislauf wieder geschlossen . 

Der Entwicklungskreislauf des Schmarotzers:


Hunde und Katzen können sich über erbeutete Mäuse also auch infizieren; sie werden damit wie der Fuchs zum Hauptwirt und Eiausscheider . Über diesen Weg, sowie durch direkten Kontakt mit Füchsen, sogar durch Sammeln von Wildbeeren und Pilzen, kann der Mensch Bandwurmeier aufnehmen. Er wird damit zum Zwischenwirt, in dessen Leber, Gehirn oder Lunge tumorartige Wucherungen diese Organe zerstören. Folge ist der Tod innerhalb von ca. 8 Jahren, da eine Heilung z.Z. nicht möglich ist. Über diesen Weg, sowie durch direkten Kontakt mit Füchsen, sogar durch Sammeln von Wildbeeren und Pilzen, kann der Mensch Bandwurmeier aufnehmen. Er wird damit zum Zwischenwirt, in dessen Leber, Gehirn oder Lunge tumorartige Wucherungen diese Organe zerstören. Folge ist der Tod innerhalb von ca. 8 Jahren, da eine Heilung z.Z. nicht möglich ist. 

Da eine medikamentöse Behandlung der Füchse mittels Köder (wie bei Tollwut) nicht praktikabel ist, bleiben neben der jagdlichen Bestandsminderung zur Ausdünnung der Übertragungswege nur vorbeugende Maßnahmen übrig: Eine erlegter oder verendet vorgefundener Fuchs darf nicht ohne Schutzmaßnahmen (Gummihandschuhe) angefasst werden. Beim Abstreifen des Balges Mundschutz tragen und den Balg naß machen, um die staubfeinen Eier zu binden. Gründliches Händewaschen und Kleiderwechsel nach der Arbeit draußen. Auf Wildbeeren und Pilze verzichten, sie zumindest auf mindestens 60°C erhitzen, besser kochen. Hunde und Katzen vorschriftsmäßig entwurmen. 

Das Vorkommen des E. multilocularis ist auf die nördliche Hemisphäre beschränkt . Untersuchungen in vitro ergaben, daß bei -18°C tiefgefrorene Fuchsbandwurmeier etwa acht Monate überlebten. Erst durch Tiefgefrieren während zwei Tagen bei -80°C ging ihre Infektiosität verloren.

Eine Totalheilung vom Fuchsbandwurm kann nur mit der Entfernung der befallenen Leberteile erreicht werden. Bei vielen Patienten ist aber eine Operation nicht möglich, weil zuviel Gewebe entfernt worden müßte. Dann kommt nur eine Lebertransplantation in Frage. Im Körper kann aber ein weiterer Infektionsherd liegen, der auch nach einer Operation die [neue] Leber wieder besiedeln kann. 
Die Behandlung mit Tabletten stoppt lediglich das Wurmwachstum, weshalb sie immer genommen worden müssen. Die Behandlung erfolgt mit dem Wurmmittel ALBENDAZOL, daß in dem Medikament ESKAZDIE enthalten ist. Es werden in 2 Tabletten täglich für daß in dem Medikament ESKAZDIE enthalten ist. Es werden in 2 Tabletten täglich für 28 Tage eingenommen, dann erfolgt eine Pause von 14 Tagen. Danach beginnt das Ganze von vorn. Eine Packung mit 12 Tabletten kostet 232,85 DM, eine Kur mit 56 Tabletten somit 1086,63 DM. Während eines Jahres werden somit Medikamente im Wert  von 9943,33 DM verbraucht. Ein anderes Produkt ist VERMOX mit dem Stoff MEDENDAZOL , soll aber nicht so verträglich sein wie das vorgenannte.




Tollwut :



Die Tollwut (Lyssa, Rabies) gehört zu den am längsten bekannten Zoonosen des Menschen. Diese akute, nach klinischer Manifestation stets tödlich verlaufende, anzeigepflichtige Infektionskrankheit ist nahezu weltweit verbreitet . Lediglich frei von der Tollwut sind die Kontinente Australien und die Antarktis sowie einige Länder mit Insellage wie Japan, Neuseeland, Island, Nordirland und Großbritannien. In Europa sind Finnland, Norwegen, Schweden, Griechenland und Portugal tollwutfrei. Seit weniger als zwei Jahren zählen ebenfalls Dänemark und die Niederlande zu den seuchenfreien Ländern . Erreger der Tollwut ist ein neurotropes Virus, das Lyssavirus, aus der Familie der Rhabdoviridae. Empfänglich sind der Mensch und alle homoiothermen Tiere, obwohl deren Disposition differiert. Für das Rabiesvirus unempfänglich sind alle Kaltblüter.

Eine Infektion des Menschen und empfänglicher Tierarten kommt hauptsächlich durch das Eindringen virushaltigen Speichels in eine durch den Biß eines tollwütigen Tieres verursachte Wunde zustande. Desweiteren besteht auch die Möglichkeit einer Infektion über Hautverletzungen oder Augenschleimhäute nach dem Kontakt mit einem infizierten Tier.Das Rabiesvirus siedelt sich selektiv in den Nervenzellen an und ruft das Bild einer Polioencephalitis hervor.

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) besitzt eine besonders hohe Sensitivität für das Tollwutvirus und nimmt im derzeitigen Tollwutseuchenzug in Mitteleuropa eine zentrale Stellung als Hauptvirusträger und Überträger des Rabiesvirus ein. In diesem Zusammenhang spricht man auch von der silvatischen Form der Tollwut in Mitteleuropa, die in den Jahren 1939 bis 1940 ihren Ursprung an der russisch-polnischen Grenze nahm und in westlicher Richtung mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 50 km jährlich bis nach Ostfrankreich im Jahre 1982 vorrückte. In der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts dagegen war in Europa die urbane Tollwut endemisch, wobei der Haushund mit 75 % den Hauptüberträger des Rabiesvirus darstellte.

Die Dynamik, mit der sich die Tollwut in Mitteleuropa von Jahr zu Jahr weiter west- und südwärts verbreitet hat, zeigt, daß diese Seuche in ihrem Vordringen weder durch Staatsgrenzen, noch durch geographische Barrieren wie Seen, Flüsse oder Gebirgszüge aufgehalten wird .

Deutschland verzeichnete im Jahre 1994, trotz der durchgeführten Impfmaßnahmen, 1.378 Tollwutfälle gegenüber 845 Tollwutfällen im Jahre 1993.   Dies verdeutlicht, daß die Tollwutsituation in Deutschland auch nicht zuletzt aufgrund der in den letzten Jahren ansteigenden Fuchspopulation trotz der regionalen Impferfolge als labil angesehen werden muß.In Mitteleuropa stellt der Rotfuchs insbesondere als Hauptüberträger der Tollwut auf andere Wildtiere, auf Haustiere und auf den Menschen ein Problemtier dar und ist dabei auch selbst Hauptleidtragender dieser Erkrankung . Mit über 70% entfällt der größte Anteil aller Tollwutfälle auf den Fuchs. Dabei ist damit zu rechnen, daß 90 bis 98% aller an Tollwut erkrankten Füchse nicht bekannt werden und somit eine nicht zu unterschätzende Dunkelziffer anzunehmen ist.

Der Fuchs besitzt wie auch andere Wildkaniden (Kojote, Schakal, Wolf) die höchste Empfänglichkeit für eine Infektion durch das Rabiesvirus, wodurch sich seine Rolle als Vektor der silvatischen Tollwut in Mitteleuropa erklärt . Die Biologie und Ökologie dieses Raubtieres schaffen einerseits optimale Bedingungen bezüglich des Fortbestehens und der Ausbreitung des Tollwuterregers. Andererseits ist das ökologische Gleichgewicht zugunsten des Fuchses gestört, wodurch optimale Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung der Infektionskette bestehen. Nur bei einer genügend hohen Wirtsdichte, die eine vermehrte Kontaktrate und damit eine höhere Wahrscheinlichkeit aggressiver Begegnungen unter den Tieren aufgrund der Konkurrenz um essentielle Ressourcen bedingt, ist eine effiziente Ausbreitung des Tollwutvirus gewährleistet. Dagegen reißt die Seuchenkette bei einer Reduktion des Fuchsbesatzes um rund 60% ab. Als unterer Schwellenwert wird eine Populationsdichte von 0,3 Füchsen je qkm angegeben, wobei es unterhalb dieser Grenze nicht zu einem Fortbestehen der Seuche kommt. Entgegen der häufig zitierten Meinung ist die Tollwut nicht als ein Populationsregulativ der Füchse, sondern vielmehr als ein bedeutender populationsreduzierender Faktor anzusehen .

Über den Zeitraum eines Jahres zeigt die Tollwut, bedingt durch die Lebensweise des Fuchses, einen biphasischen Verlauf. Zur Ranzzeit im Frühjahr und zur Zeit des Raubmündigwerdens der Jungfüchse im Spätsommer und Herbst kommt es gehäuft zu Revierkämpfen und Beißereien und somit zur Übertragung des Tollwutvirus unter den Tieren. Hieraus erklären sich die in typischer Weise im Frühjahr und im Herbst auftretenden Seuchengipfel.

Aufgrund der Tatsache, daß das Tollwutgeschehen in einem engen Zusammenhang mit der Dichte der Fuchspopulation steht, galt die Dezimierung der Füchse lange Zeit als die Methode der Wahl zur Bekämpfung der Tollwut. Doch abgesehen von örtlich und zeitlich begrenzten Erfolgen, brachten alle Maßnahmen zur Populationsverdünnung nicht den erwarteten Erfolg .

Zu Beginn der siebziger Jahre eröffneten sich jedoch neue Perspektiven in der Bekämpfung der Tollwut. BLACK , BAER sowie MAYR , fanden heraus, daß die orale Immunisierung von Füchsen gegen Tollwut mit einer Lebendvakzine grundsätzlich möglich ist. BLACK stellte dabei fest, daß der Fuchs leichter über die Mundschleimhaut als über den Magen-Darmtrakt zu immunisieren ist.

Seitdem erfolgten internationale, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordinierte Forschungsarbeiten und Untersuchungen zur Entwicklung einer effektiven oralen Vakzine mit ausreichender Temperaturstabilität, absoluter Unschädlichkeit für Mensch und Nichtzieltiere sowie die Entwicklung geeigneter Köder mit hoher Akzeptanz beim Fuchs.

Heute stehen maschinell aus Fetten und Fischmehl gefertigte, für den Fuchs attraktive Köder zur Verfügung. Die in die Fettmasse eingebettete Impfstoffpackung stellt eine PVC-Durchdrückpackung dar, in der die attenuierte Lebendvakzine mit einer Aluminium-Deckblattfolie luftdicht verschweißt ist. Durch die Möglichkeit der maschinellen Herstellung der Impfköder war eine entscheidende Voraussetzung für großräumige Impfeinsätze geschaffen.

Die immunisierende Wirkung des Impfstoffvirus erfolgt über die Mundschleimhaut bzw. die Tonsillen. Beim Durchbeißen des Köders wird die Aluminiumfolie der Impfstoffkapsel durch die spitzen Fangzähne penetriert und ein feiner Sprühstrahl gelangt in den Fang. Wie Untersuchungen gezeigt haben, ist bereits ein Tropfen des Impfstoffs für die Immunisierung des Zieltieres ausreichend .

Bereits zwei bis vier Wochen nach der Vakzination der Füchse weisen diese eine belastbare Immunität gegenüber dem Tollwutvirus auf. Nach Tübinger Untersuchungen zur Prüfung der Immunitätsdauer ist davon auszugehen, daß ein Serumantikörpertiter von >= 1:60 nach zwölf Monaten noch einen voll belastbaren Schutz darstellt.

Im epizootischen Prozeß seuchenhafter Infektionskrankheiten von Wildtieren spielt die Dichte der betroffenen Tierarten eine wesentliche Rolle. Bei der Tollwut wird das Rabiesvirus direkt durch den Biß tollwutkranker Säugetiere auf andere empfängliche Tiere und den Menschen übertragen. Dabei gilt unter mitteleuropäischen Verhältnissen der Rotfuchs als Hauptverbreiter des Tollwutvirus, so daß die Seuchenfrequenz deutlich von der Fuchsdichte, aber auch von der Populationsdynamik und der Kontaktrate der Tiere untereinander abhängt. Anders als bei der Tollwut ist für die Aufrechterhaltung des Lebenszyklus des E. multilocularis sowohl das Vorhandensein von Endwirten (Rotfüchse) als auch von Zwischenwirten (Kleinsäuger) notwendig, wobei hier die Populationsdichte beider Wirtsformen sowie deren Kontakthäufigkeit untereinander von großer Bedeutung ist. Hinsichtlich der Erfassung von Kausalzusammenhängen beider Zoonosen bereitet jedoch gerade die Bestimmung der Fuchsdichte große Schwierigkeiten. Aussagen hierzu sind nur anhand indirekter Meßverfahren möglich. In der Literatur werden häufig die Abschußzahlen zur Schätzung der Populationsdichte genutzt, die allerdings nur teilweise von der Fuchsdichte abhängig sind. Andere Faktoren, wie vor allem die Motivation der Jäger, Füchse zu bejagen,sowie nicht zuletzt auch das Vorkommen von Niederwild beeinflussen die jährliche Fuchsjagdstrecke.
Dennoch sind Informationen über Populationsschwankungen bei Wildtieren häufig nur anhand der Jahresjagdstrecken erhältlich. Unter Berücksichtigung ihrer eingeschränkten Aussagekraft wurde anhand der Fuchsjagdstrecke der Hunting Index, d.h. die Zahl der je qkm und Jagdjahr erlegten Füchse, berechnet und zur groben Schätzung der Fuchsbesätze sowie als Index der Entwicklung der Fuchspopulation herangezogen.

Tollwutverordnung

Räude (Krätze, Skabies)

Biologie:
Räude wird durch Milben, also Spinnentiere hervorgerufen. Bis auf eine Art der Räude (Trombidiose, welche kaum Bedeutung hat ) sind die Erreger obligate Parasiten, sind also während ihres gesamten Lebens auf ein Wirtstier angewiesen. Einzelne Milben sind 0,2 bis 0,6 mm groß; für das bloße (oder ggf. bebrillte) Auge in der Bewegung gerade eben sichtbar.

Epidemiologie und Bedeutung:
Chorioptes-Räude, Psoroptes-Räude, Sarkoptes-Räude und Demodex-Räude oder Demodikose.
Von klinischer Bedeutung ist, daß die Imagines abseits des Wirtstieres je nach Art 2 bis 12 Wochen lang überleben können.
Außer bei Demodikose kommt es zu deutlichen Hautveränderungen: die Haut wird rauh, derb und dick , Haarausfall,  Krusten und Borkenbildung und vor allem Juckreiz treten auf. 


     Sarcoptes-Milbe

 

 

 

 

 

Diagnostik:
Hinsichtlich der häufigsten Lokalisation der Veränderungen bestehen zwar Unterschiede zwischen den einzelnen Räudeformen. Diese sind aber nicht so gesetzmäßig, daß auf einen Erregernachweis ganz verzichtet werden kann. Hierzu wird ein Hautgeschabsel vom Rand der Veränderungen ("bis auf das Blut") genommen, in 10 %ige KOH-Lösung verbracht, kurz aufgekocht und zentrifugiert. Das Sediment wird unter dem Mikroskop betrachtet.

Zu den einzelnen Räudeformen:

Am häufigsten kommt die Chorioptes-Räude (Ch. bovis) vor. Aufgrund ihrer üblichen Lokalisationen wird sie auch Steiß-, Schwanz- oder Fußräude genannt.  Die Milben leben auf der Haut und ernähren sich von Hautabschilferungen ("Nagemilben"). Getrennt vom Wirt bis 10 Wochen überlebensfähig.

Die Psoroptes-Räude (P. ovis) wird auch Körperräude genannt. Die Milben leben auf der Haut, stechen sie an und saugen ("Saugmilben"). Es kommt zur allergischen Dermatitis. Psoroptes-Räude zeigt manchmal starke Tendenz zur Generalisierung. Dann kann es zu Todesfällen kommen. Getrennt vom Wirt lange (7 - 12 Wochen) überlebensfähig. 

Die Sarkoptes-Räude (S. bovis) heißt auch Kopfräude. Die Milben graben Gänge in die Haut ("Grabmilben"), zur Paarung kommen sie regelmäßig auf die Haut. Beim Krankheitsgeschehen spielt auch hier eine Hypersensibilitätsreaktion eine gewisse Rolle. Inwieweit die Milben wirtsspezifisch sind, oder auch  - zumindest vorübergehend -  auf andere Wirtsspezies übergehen können, wird in der Literatur nicht einheitlich dargestellt. Manche Autoren gehen davon aus, daß Sarkoptes-Milben auch den Menschen befallen können. Getrennt vom Wirt nicht über 3 Wochen lebensfähig.

Demodex-Milben  (D. bovis)   leben in den Haarbälgen und führen meist zu keinen oder nur geringfügigen Reaktionen (kleine Knötchen im Bereich von Hals und Thorax), zur Übertragung ist recht intensiver Kontakt nötig. Über die Biologie dieser Parasiten ist noch recht wenig bekannt. 

Bekämpfung:
Ivermectin (und andere Avermectine) ist in einer Dosierung von 0,2 mg pro kg gegen Psoroptes- und Sarkoptes-Räude wirksam. Aufgrund der langen Wartezeit darf es jedoch nicht bei laktierenden Kühen eingesetzt werden. Außerdem ist zu beachten, daß die Milben auf den so behandelten Tieren noch mindestens 14 Tage invasionstüchtig bleiben. 20 Tage nach einer Injektion werden keine Milben und keine Eier mehr gefunden. Gegen Sarkoptes- und Chorioptes-Räude bei laktierenden Kühen kann Eprinomectin (EPRINEX-Merial) in einer "Pour-On"-Formulierung ohne Wartezeit für Milch (30 Tage WZ für eßbares Gewebe) eingesetzt werden. In Untersuchungen erwiesen sich behandelte Rinder über acht Wochen als milbenfrei.
 

Quelle: Medizinische Tierklinik, Ludwig-Maximilians-Universität München

 



 

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